Der Sehnsucht einen Raum geben –
Frühstück für alle am 21.3.2026

Etwa fünfundzwanzig Frauen waren gekommen, um sich an einem ausgezeichneten und liebevoll hergerichteten Frühstücksbüffet im Haus Bethanien zu bedienen und den Samstagmorgen gemeinsam zu verbringen. Fröhliche Stimmen und freundliche Gesichter füllten den großen Raum, bevor es nach etwa einer Stunde Zeit war für das bereits üblich gewordene Referat.

Referentin war dieses Mal Johanna Schwidergall aus Hornberg. Sie nahm die Anwesenden mit auf eine Zeitreise.

Anhand der Biografie von drei Frauen gelang es ihr, einen Bogen zu spannen von der Zeit um 1900 bis in die Gegenwart, in denen sie zum Ausdruck brachte, wie sich die gesellschaftliche und geisteswissenschaftliche Lage der Frauen im Laufe der Zeit veränderte. Der Kernpunkt des höchst interessanten Vortrages war, dass Frauen in jeder Position die sie innehaben, einen Freiraum brauchen für ihre Träume, Hoffnungen und Wünsche, die Frau Schwidergall als „Sehnsucht“ bezeichnete.

Da ging es im ersten Teil um die Jüdin Edith Stein, die trotz ihrer großen Intelligenz zwar studieren und auch den Doktortitel erwerben konnte, der aber eine Professur versagt blieb nur aus dem Grund, weil sie eine Frau war. Ihre Sehnsucht bestand darin, katholisch zu werden und in ein Kloster einzutreten. Trotz aller Widrigkeiten, die sie an den Universitäten in Kauf nehmen musste, gelang es ihr, Karmelitin zu werden und unzählige geisteswissenschaftliche Schriften zu verfassen. Die Sehnsucht, zu Jesus zu finden, erfüllte sich für sie, wenn sie auch letztendlich durch die damaligen Umstände einen viel zu frühen Tod in Auschwitz fand.

Einen anderen Weg nahm das Leben der Italienerin Chiara Lubich, die 2008 starb. Sie setzte sich in bewundernswerter Weise gemeinsam mit einer Gruppe Frauen in den Kriegswirren für die Not und das Elend der Trienter Bevölkerung ein, woraus dann die Fokolar-Bewegung entstand. Diese ist heute in über 180 Ländern der Welt tätig, kümmert sich in intensiver Weise um Ökumene und interreligiösen Dialog und ist Herausgeber des „Wort des Lebens“, das einmal monatlich erscheint und weltweit Menschen zu Glaubensgesprächen zusammenführt.

Als dritte Frau in dieser Reihe stellte Johanna Schwidergall ihr eigenes, wunderbares und stets von Gott begleitetes Leben vor, das als Flüchtlingskind Ende des Krieges begann und seine Fortsetzung über die Gründung einer Familie, sozialem Engagement in der Kirche und letztendlich der Vor-Ort-Hilfe in Uganda nahm. Auch ihr Leben war und ist erfüllt von Sehnsüchten und Träumen, die sie sich zu erfüllen weiß, weil sie darin die Aufgabe sieht, die Gott ihr letztlich zugedacht hat.

Nachdem Frau Schwidergall allen Anwesenden für die Aufmerksamkeit gedankt hatte und sie darum bat, ihre Träume und Sehnsüchte nicht aufzugeben, konnte sie noch einen kurzen Abriss über ihre wertvolle Arbeit in Uganda geben. Dafür bekam sie reichlich Applaus und auch einige Spenden, die sie auf gewohnte Art weiterverwenden wird. Sr. Stefanie bedankte sich bei Frau Schwidergall für den sehr berührenden Vortrag und für Engagement.

Sr. M. Stefanie bedankte sich bei den Teilnehmerinnen für den guten Besuch und für ihr Interesse und dem Haus Bethanien für das hervorragende Frühstück.

Nächstes Frühstück: Freitag, 22.05.26, 9 Uhr im Haus Bethanien

Thema: „Wie schütze ich mich vor Trickdieben und Betrügern?“